Glück oder Unglück

Herzensarbeit, Achtsamkeit
Foto: Jeanne Surmont

Ein chinesischer Bauer besaß ein wunderschönes Pferd. Der Kaiser war sehr an dem Tier interessiert und bot dem alten Mann 50 Goldmünzen dafür.


Der Bauer wollte aber sein Pferd nicht verkaufen, weil es das einzige war, was er besaß. Kurz darauf verschwand das Tier, und die Nachbarn im Dorf beschimpften den alten Mann: "Wie dumm von dir. Du hättest besser das Pferd an den Kaiser verkauft. Jetzt hast du gar nichts mehr. Was für ein Unglück!"


"Glück oder Unglück?" Wir wissen nur, dass das Pferd weg ist", gab der Bauer zur Antwort.


Nach einigen Tagen kam das Pferd mit zehn wilden Pferden zurück. "Was für ein Glück", jubelten die Dorfbewohner, "du bist ein reicher Mann!"


"Glück oder Unglück, wir wissen nur, dass mein Pferd mit zehn Wildpferden heimgekehrt ist", entgegnete der Bauer.


Der einzige Sohn des alten Mannes begann, die Pferde zu zähmen. Bei einem Ausritt wurde er von einem wilden Pferd abgeworfen und brach sich ein Bein. "Oh, was für ein Unglück! Jetzt hast du niemanden mehr, der dir bei deiner Arbeit helfen kann", beklagten die Bewohner das Leid des Bauern.


"Glück oder Unglück? Wir wissen nur, dass sich mein Sohn ein Bein gebrochen hat", erwiderte der Bauer.


Noch in der selben Woche trafen die Militärtruppen des Kaisers ein und rekrutierten alle jungen Männer des Dorfes für den bevorstehenden Krieg. Den Sohn des Bauers ließen sie zurück. Ihn konnten sie nicht gebrauchen, weil sein Bein gebrochen war.


- Sandy Taikyu Kuhn Shimu -